Seit Februar ist bekannt, dass das städtische Unternehmen München Ticket vor der Insolvenz steht. Wurde das Unternehmen vorerst mit Geldern aus dem städtischen Haushalt gerettet, soll im Herbst über die Zukunft entschieden werden. Doch es stellen sich Fragen.

Einen Überblick über die Situation hat im Februar BR 24 geliefert. Dabei wird vor allem auf die Konkurrenz durch Eventim und Live Nation hingewiesen, Firmen, die selbst Veranstalter von Stadionkonzerten sind und somit alles aus einer Hand anbieten können, so als könne eine städtische Firma nicht damit konkurrieren.

Im Dezember schrieb der Konzertveranstalter Berthold Seliger in seinem Blog über einen Vertrag verschiedener Hamburger Kultur-Locations mit dem isländischen Unternehmen Tixly, der eine pauschale Vorverkaufsgebühr von 2,50€ je Karte vorsieht. Das konterkariert die obige Darstellung. Der Blogbeitrag enthält auch Beispielrechnungen, wie die finanzielle Situation für unabhängige mittelgroße Veranstalter*innen wie ihn aussieht, bei kleineren Firmen sieht es noch selbstausbeuterischer aus.

Für mich ergeben sich daraus folgende Fragen:

  1. Wenn große Kulturinstutionen in Hamburg einen Vertrag mit Tixly mit einer pauschalen Vorverkaufsgebühr von 2,50 € pro Ticket abschließen kann, warum kann München Ticket nicht kostendeckend arbeiten?

  2. Kann die Stadt München für Veranstaltungen in städtischen Tochterunternehmen wie z.B. bei der Olympiapark GmbH in Verträgen vorschreiben, dass das Ticketing über München Ticket erfolgen muss? Wenn ja, warum ist das nicht geschehen, um die exorbitanten Vorverkaufsgebühren einzudämmen?