Was macht das Bündnis Kultur im Stadtrat so?

Wie vermutlich viele mitbekommen haben, gibt es in München eine Diskussion über die Nicht-Verlängerung des Vertrags mit der Intendantin Barbara Mundel bei den Kammerspielen. Kulturpolitik ist dabei für die Verantwortlichen wohl nicht mit Wissen über die aktuelle Theaterlandschaft verbunden.

Genau dafür ist bei der letzten Stadtratswahl im März das Bündnis Kultur angetreten und hat einen Stadtratssitz gewonnen.

Die Besetzung der Intendanz der Kammerspiel beschäftigt die bundesweiten Feuilletons.

Für die Süddeutsche Zeitung und die taz ist die fehlende Wertschätzung der Kultur von linksliberalen Politikern dabei das Hauptproblem: Wenn Kultur zur Nebensache verkümmert, werden konservative und rechtsextreme Vertreter die Kulturpolitik für sich beanspruchen. Sie haben eben Gramsci gelesen.

Eine davon abweichende Meinung findet sich in der FAZ.

Und das Bündnis Kultur dazu? Bislang nichts. Es gibt keine Stadtratsanfrage, keine Pressemitteilung, die Website ist nicht gepflegt. Gibt es noch Mitstreiter von der Liste, die gemeinsam mit Kathrin Schäfer noch Ideen entwickeln? Keine Ahnung. Im RIS findet sich zur Stadträting Kathrin Schäfer nur gemeinsame Anträge mit der ÖDP, in deren Fraktion sie eingetreten ist und zur Kulturpolitik nur ein gemeinsamer Antrag mit der CSU.

Sicherlich ist es nach zwei Monaten als Stadträtin für Kathrin Schäfer ohne Vorerfahrung immer noch schwer. Die gemeinsame Fraktion mit der ÖDP ergibt sich vermutlich daraus, dass andere Parteien ihr keinen Posten im Kulturausschuss bzw. freie Hand in der Kulturpolitik geboten haben. Alles nicht ideal, aber kein Grund, nichts zum Thema Kammerspiele zu unternehmen.

All das ist zu wenig. Wenn nicht bald etwas geschieht, muss man leider sagen, dass die Stimmen für das Bündnis Kultur bei der Stadtratswahl allesamt verlorene Stimmen sind. Das macht keine Hoffnung für die Budget-Verhandlungen im Herbst.

Eventuell sollte die Stadträtin ihr Mandat zurück- und an die Nachrückerin Christiane Pfau übergeben, damit sie für das Bündnis Kultur Akzente setzen kann.

Ohrwurm zur Bundesregierung

Die aktuellen Pläne für die Reform den Abbau des Sozialstaats lassen für mich nur einen Schluss zu: Die CDU/CSU lebt nach dem Motto Jung kaputt spart Altersheime. Wobei man sagen muss, dass mehr als 5000 Hitzetote in einer Woche auch die Rentenkassen entlasten.

Multitrack Recording in Android

Handheld multitrack recorders are great for field recordings and using those for later sampling. But what about using your handheld device that you always carry around, i.e. your smartphone.

I was inspired to write this post by an email I have received a while ago, where someone was trying to use Alligator Bytes as a multitrack recorder and saw it as the most viable option from F-Droid for them, and they were asking for some multitrack functionality.

There are in fact better options available, and this is my take on them.

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Fragen zur möglichen Insolvenz von München Ticket

Seit Februar ist bekannt, dass das städtische Unternehmen München Ticket vor der Insolvenz steht. Wurde das Unternehmen vorerst mit Geldern aus dem städtischen Haushalt gerettet, soll im Herbst über die Zukunft entschieden werden. Doch es stellen sich Fragen.

Einen Überblick über die Situation hat im Februar BR 24 geliefert. Dabei wird vor allem auf die Konkurrenz durch Eventim und Live Nation hingewiesen, Firmen, die selbst Veranstalter von Stadionkonzerten sind und somit alles aus einer Hand anbieten können, so als könne eine städtische Firma nicht damit konkurrieren.

Im Dezember schrieb der Konzertveranstalter Berthold Seliger in seinem Blog über einen Vertrag verschiedener Hamburger Kultur-Locations mit dem isländischen Unternehmen Tixly, der eine pauschale Vorverkaufsgebühr von 2,50€ je Karte vorsieht. Das konterkariert die obige Darstellung. Der Blogbeitrag enthält auch Beispielrechnungen, wie die finanzielle Situation für unabhängige mittelgroße Veranstalter*innen wie ihn aussieht, bei kleineren Firmen sieht es noch selbstausbeuterischer aus.

Wie die Situation mit Live Nation / Ticketmaster in den USA ist, hat Jamie Zawinsky mehrfach beschrieben (Ja, DER Jamie Zawinsky).

Für mich ergeben sich daraus folgende Fragen:

  1. Wenn große Kulturinstutionen in Hamburg einen Vertrag mit Tixly mit einer pauschalen Vorverkaufsgebühr von 2,50 € pro Ticket abschließen kann, warum kann München Ticket nicht kostendeckend arbeiten?

  2. Kann die Stadt München für Veranstaltungen in städtischen Tochterunternehmen wie z.B. bei der Olympiapark GmbH in Verträgen vorschreiben, dass das Ticketing über München Ticket erfolgen muss? Wenn ja, warum ist das nicht geschehen, um die exorbitanten Vorverkaufsgebühren einzudämmen?